09.09.2026
Resilienz hilft uns, auch in herausfordernden Zeiten handlungsfähig zu bleiben und nach Rückschlägen wieder aufzustehen. Doch was stärkt unsere psychische Widerstandsfähigkeit? Die sieben Säulen der Resilienz geben Orientierung und zeigen, wo wir selbst ansetzen können.
Ein Beitrag von Thekla Huber-Kaiser, Seminarleiterin in der Stiftung 3FO; Heilpädagogin, Supervisorin und Organisationsberaterin (BSO)
Guten Tag :-)
Wie geht es Ihnen heute? Ist es für Sie ein guter Tag? Fühlen Sie sich standfest, auch wenn es gerade stürmt?
Nun denken Sie einmal an die letzten Tage oder Wochen zurück: Gab es eine herausfordernde Situation, die Sie gut gemeistert haben? Was half Ihnen, dass Sie sich gestärkt und handlungsfähig gefühlt haben? Was hat an diesem Tag den Unterschied gemacht?
Solche Erfahrungen können uns stärken. Sie geben uns das Gefühl, etwas bewirken zu können, Unterstützung zu haben und auch schwierige Situationen zu bewältigen. Sie sind Beispiele für stärkendes und resilientes Erleben.
Resilienz - oder psychische Widerstandsfähigkeit – ist die Fähigkeit, Krisen, Stress und schwierige Lebenssituationen zu bewältigen und sich davon wieder zu erholen. Damit ist nicht gemeint, allzeit glücklich oder stark zu sein. Es geht vielmehr darum, nach schwierigen Zeiten wieder aufzustehen, den Sturm hinter sich zu lassen und die nächsten (kleinen) Schritte zu gehen.
Resilienz ist keine fixe Grösse. Zwar spielen genetische Voraussetzungen und Erfahrungen aus der Kindheit eine Rolle, aber die wichtige Nachricht ist: Resilienz ist eine Fähigkeit, die sich entwickeln, trainieren und stärken lässt.
Doch was genau hilft uns dabei, auch in stürmischen Zeiten handlungsfähig zu bleiben? Wenn Sie noch einmal an Ihre Situation von vorhin denken: Was hat Ihnen geholfen, ruhig und handlungsfähig zu bleiben, Lösungen zu finden und Unterstützung anzunehmen?
Diese Fragen beschäftigen uns Menschen schon seit Langem. In den 1970er-Jahren beschrieb die US-Amerikanerin Emmy Werner das 7-Säulen-Modell der Resilienz. Im deutschsprachigen Raum wurde dieses ab 2005 durch Ursula Nuber weiterentwickelt.
Die sieben Säulen beschreiben verschiedene Fähigkeiten und Haltungen, die uns dabei unterstützen können, auch in schwierigen Zeiten standfest zu bleiben:
Das Dach der Resilienz wird von 7 Säulen getragen. Diese stehen je für eine Thematik, aber die Stärkung einer Säule bewirkt auch eine Kräftigung anderer Säulen.
Wenn uns die stärkenden Aspekte bewusst sind, können wir uns und andere gezielter unterstützen. Dabei können wir uns an folgende Leitfragen orientieren:
Für die Säulen der Resilienz Sorge tragen und sie bewusst zu stärken bedeutet nicht, jedem Sturm stand halten zu müssen. Vielmehr geht es darum, auch in herausfordernden Zeiten Orientierung zu finden, sich immer wieder aufzurichten und Schritt für Schritt den eigenen Weg weiterzugehen.
Dazu wünsche ich uns allen Zuversicht, gutes Gelingen und frohen Mut.